China ist
das Ursprungsland der Teekultur. Im Jahre 2737 v. Chr. kochte der
Chinesische Kaiser Shen Nung Wasser unter einem Baum. Einige
Blätter des Baumes fielen in das kochende
Wasser. Der Kaiser nahm einen angenehmen Duft wahr und kostete sein
Wasser, welches zudem noch gut schmeckte.
Niederländische Handelsschiffe wurden im 17.
Jahrhundert während ihrer Reisen in den fernen Osten
auf Tee aufmerksam und brachten ihn als Genussmittel nach
Europa. Die Händler waren vom Tee sehr beeindruckt und
sahen darin eine große Verwendung. Deshalb wurden stets mehr
Schiffe eingesetzt, um Tee aus diesen Regionen zu
erhalten. Der Tee wurde zu einem Produkt, mit dem
sich ein großer Gewinn erzielen ließ. Mitte des 17.
Jahrhunderts kam der Tee von Holland nach Deutschland. Um 1840
wurden schließlich in England spezielle Segelschiffe gebaut,
um den Tee schneller aus dem fernen Osten ins eigene Land
einzuführen. Der englische Teehandel wurde unabhängig von
China, da seit 1860 Tee auf Ceylon, dem heutigen Sri Lanka,
angebaut wurde. Bis zum 18. Jahrhundert war Tee vor allem ein
Getränk für die reiche Bevölkerung, da eine Unze (ca. 28,3g)
Tee ein Vermögen kostete. Durch die große Verbreitung des Tees
in Europa und die einfache Zubereitung durch Hilfe von
Teebeuteln hat sich dieses aromatische Getränk mittlerweile in
allen Gesellschafts-schichten etabliert.
Wachstum
Die Teesträucher wachsen in der freien Natur zu Bäumen
von 15 – 20 Meter heran. Auf den Teeplantagen werden sie
allerdings auf eine Höhe von ungefähr 1,5 Metern geschnitten. Dies
erleichtert das Pflücken der Blätter. Der Teestrauch reift
insgesamt 4 bis 5 Jahre, um dann geerntet zu werden.
Ernte
Jede Teeplantage ist in Gärten unterteilt. Tee wird auf den
meisten Plantagen das ganze Jahr über geerntet. Jeden Tag
werden in einem anderen Garten die Teeblätter gepflückt. Nach
8 bis 9 Tagen beginnen die Teepflücker wieder in dem ersten
Garten. Somit wächst der
Teestrauch stetig, damit die jungen Blätter
fortlaufend geerntet werden können.
Die Ernte des Tee besteht meistens in der aufwendigen
Handpflückung. Dies erfolgt auf verschiedene Arten:
- Feine Ernte: die Blattknospe an der Spitze des
Stengels und
die beiden jüngsten Blätter werden gepflückt.
- Mittlere Ernte: die Blattknospe an der Spitze
des Stengels und
die drei jüngsten Blätter werden gepflückt.
- Grobe Ernte: die Blattknospe an der Spitze des
Stengels und
die vier jüngsten Blätter werden gepflückt.
Herstellung
Welkprozess
Der Tee wird nach der Ernte auf Fließbändern ausgebreitet.
Dabei verwelkt jedes einzelne Blatt durch die zugeführte Wärme
(25-30°C). Dieser Prozess wird erst gestoppt, wenn die
Blätter 40-50% ihrer Feuchtigkeit verloren haben. An der
frischen Luft dauert dies ungefähr einen Tag, in der
Trocken-maschine nur einige Stunden.
Rollen
Mittels des Welkprozesses ist das Blatt weich geworden. Jetzt
können die Blätter etwa eine halbe Stunde zwischen zwei
horizontal reibenden Ebenen gerollt werden. Dabei werden die
Zellen der Blätter gequetscht und aufgebrochen, so dass sich
die chemischen Bestandteile des Blattes vermischen können. Während
dieses Prozesses entfalten sich schließlich Farbe, Geschmack und
Bitterkeit des Tees.
Fermentieren
Die gerollten Blätter werden in Behältern in eine spezielle
Fermentationskammer gebracht, in der eine Luftfeuchtigkeit
von etwa 95% erzeugt wird. Die Blätter erhalten hierduch
einen kupferartigen, braunen Glanz und das spezielle Teearoma
entwickelt sich.
Trocknen
Die Fermentation (Gärung) wird durch das Trocknen der Blätter
gestoppt. Dies erfolgt in Trockenkammern mit einer Temperatur von
ungefähr 95°C. Der Feuchtigkeitsgehalt wird dann auf etwa 5%
reduziert.
Verpacken
Tee wird in der Regel in
traditionelle mit Aluminium verkleidete Sperrholzteekisten
verpackt. Eine andere Möglichkeit sind spezielle Papiersäcke,
welche dafür sorgen, dass der Tee nicht mit Feuchtigkeit in
Berührung kommt.
Handel
Jährlich werden auf der ganzen Welt etwa 3 Milliarden
Kilogramm Tee produziert. Der Tee wird direkt von den Plantagen
gekauft oder über Teeauktionen gehandelt. Die meisten Länder,
die Tee produzieren, haben eine oder mehrere Teeauktionen.
Bedeutend für den Handel sind beispielsweise die Auktionen in
Kalkutta, Jakarta und Mombasa.
Die größten Tee produzierenden Länder:
1. Indien
2. China
3. Sri Lanka
Der Begriff Tee
Tee stammt ursprünglich aus China und heißt dort "cha",
gesprochen"tscha". Bis sich "tea" in der englischen Sprache
durchsetzte, wurde die Pflanze abwechseln tcha, cha, tay und tee
genannt. Aus den unterschiedlichen Bezeichnungen und Lautungen
für Tee in den einzelnen Sprachen lässt sich ablesen, auf welchem
Wege die einzelnen Völker erstmals in Kontakt mit dem Getränk
gekommen sind. Persien, die Türkei und
Russland erhielten Tee über Landwege. Portugal, die
Niederlanden und auch Engand wurde Tee über das Meer
eingeführt. In den chinesischen Provinzen wurde über "te"
gesprochen, nicht über "cha". Der "te" - in englischer Literatur
als "tay" umschrieben - wurde ausgesprochen, wie wir "Tee" heute
aussprechen. Auch die Niederländer übernahmen das Wort "thee" in
ihre Sprache wie die Deutschen anfangs Thee, später Tee.
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